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Drei Forschungsverbünde erhalten Norddeutschen Wissenschaftspreis

Drei länderübergreifende Forschungsverbünde sind mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Projekte untersuchen intelligente Implantate, Infektionen durch DNA-Viren und …

Drei länderübergreifende Forschungsverbünde sind mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Projekte untersuchen intelligente Implantate, Infektionen durch DNA-Viren und den Magnetsinn von Zugvögeln. Das Preisgeld beträgt insgesamt 250.000 Euro.

Digitale Zwillinge für Implantate

Die Initiative for Digital Implant Research verbindet Medizin, Materialforschung, Informatik, Biomechanik und weitere Disziplinen. Beteiligt sind unter anderem die Universität Kiel, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Helmholtz-Zentrum Hereon, die Technische Universität Hamburg und die Universität Rostock.

Das Team will Implantate mithilfe digitaler Methoden, Computersimulationen und künstlicher Intelligenz besser an einzelne Patientinnen und Patienten anpassen. Digitale Zwillinge sollen reale Implantate und körperliche Bedingungen am Computer nachbilden. So könnten Materialabbau, Gewebeintegration und Immunreaktionen genauer vorhergesagt werden.

Neue Ansätze gegen DNA-Viren

Der zweite Preis geht an die Forschungsgruppe DEEP-DV. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hamburg, Braunschweig und Hannover untersuchen, wie DNA-Viren menschliche Zellen bei akuten und chronischen Infektionen manipulieren.

Das Projekt verbindet Virologie, Systembiologie und Bioinformatik. Die Erkenntnisse könnten langfristig neue Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen. Die Gruppe wird bereits seit 2022 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Wie Zugvögel das Erdmagnetfeld erkennen

Ausgezeichnet wurde außerdem ein neues Kooperationsprojekt der Universitäten Hamburg und Oldenburg, des Forschungszentrums DESY und des European XFEL. Es untersucht mit atomarer Präzision, wie sich Zugvögel am Magnetfeld der Erde orientieren.

Im Mittelpunkt steht das Protein Cryptochrom 4. Die Forschenden wollen prüfen, ob es seine Form abhängig vom Magnetfeld verändert und dadurch als biologischer Sensor wirkt.

Für den Preis hatten sich 35 Forschungsverbünde beworben. Die drei ausgezeichneten Kooperationen erhalten jeweils rund 83.000 Euro. Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wird seit 2012 vergeben, seit 2018 im Zweijahresrhythmus. Die Preisverleihung fand in Rostock statt.

Quellen

  1. Norddeutscher Wissenschaftspreis 2026 vergebenNorddeutsche Wissenschaftsministerkonferenz · abgerufen am 4. Sep. 2026
  2. Schleswig-Holstein · Landesregierung: Norddeutscher Wissenschaftspreis 2026 vergebenSchleswig-Holstein · Landesregierung · abgerufen am 4. Sep. 2026
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