Hamburgisches Krebsregister: Datenbasis für Versorgung und Forschung
Das Hamburgische Krebsregister stellt sein 100-jähriges Bestehen in den Mittelpunkt eines Jubiläumsprogramms. Nach Angaben der Hamburger Wissenschaftsbehörde reichen die ersten Erkrankungsstatistiken bis 1927 zurück. Das Register gilt damit als das älteste Krebsregister der Welt.
Wofür die Daten genutzt werden
Heute dokumentiert das Register nach Behördenangaben jährlich Diagnose, Therapie und Verlauf von rund 20.000 Menschen, die in Hamburg wegen einer Krebserkrankung behandelt werden. Seit 2014 ist es klinisch-epidemiologisches Krebsregister für Wohn- und Behandlungsort Hamburg.
Die gesammelten Angaben fließen in die Gesundheitsberichterstattung ein. Sie sollen Auswertungen über das Krebsgeschehen ermöglichen, die onkologische Versorgung bewerten und verbessern sowie der Forschung zur Verfügung stehen. Das Register beschreibt seine Aufgabe ausdrücklich als kontinuierliche und flächendeckende Erfassung von Daten zu Diagnose, Therapie und Verlauf.
Einordnung und Grenzen
Registerdaten geben keine individuelle medizinische Empfehlung. Ihr Wert liegt in der systematischen Auswertung vieler Fälle und in der Frage, ob sich Entwicklungen bei Erkrankungen oder in der Versorgung erkennen lassen. Dass medizinische Daten zugleich anonymisierte Informationen und persönliche Erfahrungen berühren, war auch Thema einer öffentlichen Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsprogramm.
- Erste Hamburger Erkrankungsstatistiken: 1927
- Jährlich dokumentierte Neuerkrankungen: rund 20.000
- Erfasste Erkrankungsfälle seit 1985: über 800.000
- Zentrale Zwecke: Transparenz, Versorgungsqualität und Forschung
Für die Öffentlichkeit bietet das Register interaktive Online-Berichte an. Sie können helfen, Daten zum Krebsgeschehen in Hamburg einzuordnen – ohne die persönliche Beratung durch medizinische Fachkräfte zu ersetzen.
Quellen
- 100 Jahre Hamburgisches Krebsregister – Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hamburg · abgerufen am 23. Okt. 2026