Niedersachsen beobachtet seine Böden seit 35 Jahren
Seit 35 Jahren untersucht Niedersachsen langfristig, wie sich Böden verändern. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) koordiniert die Boden-Dauerbeobachtung mit 70 landwirtschaftlich und 20 forstlich genutzten Flächen. Zum Jubiläum kamen am 28. Oktober rund 200 Fachleute im GEOZENTRUM Hannover zu einer Veranstaltung zusammen.
Messreihen statt Momentaufnahme
Auf den 90 Untersuchungsflächen werden unter anderem Nähr- und Schadstoffgehalte erfasst. Zudem untersuchen Fachleute, wie Klima und Landnutzung auf Böden wirken. Viele Entwicklungen lassen sich nach Darstellung des LBEG erst in langen Zeitreihen erkennen. Beteiligt sind neben dem Amt unter anderem die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der NLWKN.
In den vergangenen 35 Jahren wurden laut LBEG mehr als 70.000 Boden-, Bodenwasser-, Pflanzen- und Düngemittelproben genommen und über eine Million Analysen erstellt. Die Daten sollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Bodenschutzmaßnahmen fachlich zu bewerten.
Ein Beispiel: Altlasten gehen zurück
Als ein Ergebnis nennt das Amt DDT: Die durchschnittlichen Gehalte in Böden seien im Vergleich zur ersten Erhebung vor knapp 30 Jahren um 95 Prozent zurückgegangen. Die Beobachtungen zeigen nach Angaben des LBEG sowohl die Wirkung des Anwendungsverbots als auch biologische und chemische Abbauprozesse. Auch bei Lindan werden langfristige Entwicklungen erfasst.
Gleichzeitig weisen einzelne Ackerflächen sinkende Humusgehalte auf. Das betrifft die Bodenfruchtbarkeit und kann mit der Freisetzung von Kohlendioxid verbunden sein. Das Amt betont, dass Ursachen je nach Standort unterschiedlich sein können, etwa auch Wasserstandsabsenkungen bei grundwasserbeeinflussten Böden.
Wofür die Daten genutzt werden
- Sie dokumentieren die Entwicklung von Nähr- und Schadstoffen.
- Sie liefern Hinweise auf Folgen von Klimawandel und Landnutzung.
- Sie können die Wirkung umweltpolitischer Maßnahmen bewerten.
- Sie fließen als Erfahrung in das künftige Bodenmonitoring ein.
Ein eigenes Ressort Wissen ist derzeit nicht verfügbar; der Beitrag erscheint deshalb im sachlich passenden Ressort Norddeutschland. Für die Landwirtschaft und den Klimaschutz sind die langen Messreihen eine wichtige Grundlage, weil Bodenveränderungen selten in wenigen Monaten sichtbar werden.
Quellen
- 35 Jahre Boden-Dauerbeobachtung in Niedersachsen – Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen · abgerufen am 28. Okt. 2026
- Niedersachsen · Landesregierung: 35 Jahre Boden-Dauerbeobachtung in Niedersachsen: LBEG hat Böden langfristig im Blick – Niedersachsen · Landesregierung · abgerufen am 28. Okt. 2026