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Wattenmeer

Seehund-Nachwuchs an Niedersachsens Küste bleibt stabil

Bei den diesjährigen Zählflügen wurden 2.395 junge Seehunde erfasst – 60 mehr als 2025. Der Gesamtbestand fiel zwar niedriger aus, bewegt sich laut Landesamt aber im normalen Schwankungsbereich.

Der Seehund-Nachwuchs im niedersächsischen Wattenmeer bleibt auf hohem Niveau. Bei den Zählflügen zwischen Ems und Elbe wurden in diesem Sommer 2.395 Jungtiere erfasst. Das waren 60 mehr als im Vorjahr, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) mitteilte.

Insgesamt zählten die Fachleute 7.957 Seehunde. Im Jahr 2025 waren es 8.443 Tiere gewesen. Der Rückgang um knapp 500 Tiere liegt nach Einschätzung des Landesamts innerhalb der üblichen Schwankungen. Wetter, Wasserstand und Störungen können beeinflussen, wie viele Tiere während eines Fluges auf den Sandbänken liegen und sichtbar sind.

Keine Hinweise auf Seehundstaupe oder Vogelgrippe

Die beobachteten Tiere machten nach Angaben der Behörde einen gesunden und vitalen Eindruck. Untersuchungen von tot angespülten oder sichtbar erkrankten Meeressäugern lieferten bislang keine Hinweise auf Seehundstaupe oder die Vogelgrippe H5N1. Das LAVES untersucht jährlich etwa 50 Meeressäuger. An Niedersachsens Küste stranden pro Jahr rund 180 Seehunde.

Seehunde gelten als wichtige Bioindikatoren für das Wattenmeer. Ihr Bestand und Gesundheitszustand können Hinweise auf Wasserqualität, Fischbestände und andere Umweltfaktoren geben. Parasiten in Lunge und Darm kommen bei Wildtieren häufig vor, werden von den Fachleuten aber weiter beobachtet.

Zehn Flüge an fünf Terminen

Für das diesjährige Monitoring fanden zwischen dem 9. Juni und dem 21. August zehn Flüge an fünf Terminen statt. Gezählt wurde jeweils bei Niedrigwasser, wenn die Tiere auf den Sandbänken ruhen. Zwei Flüge mussten wegen des Wetters verschoben werden.

Die systematische Erfassung des niedersächsischen Seehundbestands reicht bis 1958 zurück. Seit 1972 wird aus der Luft gezählt. Deutschland, Dänemark und die Niederlande stimmen ihre Termine im Rahmen des internationalen Seehundschutzabkommens ab, um Doppelzählungen zu vermeiden. Eine gemeinsame Bewertung des Bestands im gesamten Wattenmeer soll im Herbst folgen.

Quellen

  1. LAVES-Abschlussbilanz der Seehund-Zählflüge im UNESCO-Weltnaturerbe WattenmeerNiedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit · abgerufen am 28. Aug. 2026
  2. Niedersachsen · Landesregierung: LAVES-Abschlussbilanz der Seehund-Zählflüge im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer zwischen Ems und Elbe – stabiler JungtierbestandNiedersachsen · Landesregierung · abgerufen am 28. Aug. 2026
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