Shamonda-Virus erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen
Kiel. Das Shamonda-Virus ist erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Betroffen sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zwei Rinderbestände. In beiden Fällen wurde Variante 2 des Virus festgestellt.
Für Menschen besteht nach dem bisherigen Kenntnisstand kein Infektionsrisiko. Bei Wiederkäuern können Fieber und Durchfall auftreten, bei Milchkühen zudem ein deutlicher Rückgang der Milchleistung. Bei Pferden können zentralnervöse Symptome mit einer Infektion zusammenhängen.
Land übernimmt Kosten für Blutuntersuchungen
Das Land unterstützt Tierhaltende bei der Abklärung möglicher Infektionen. Das Ministerium übernimmt die Untersuchungskosten für bis zu drei Blutproben je Betrieb. Die Kosten für die Entnahme der Proben sind davon ausgenommen. Proben können über Tierärztinnen und Tierärzte an das Landeslabor Schleswig-Holstein geschickt werden.
Eine Infektion ist nicht meldepflichtig und führt nach Angaben des Ministeriums zu keinen behördlichen Bekämpfungsmaßnahmen. Einen Impfstoff gibt es derzeit nicht.
Übertragung durch Gnitzen
Das Virus wird durch kleine Stechmücken, sogenannte Gnitzen, übertragen – nicht direkt von Tier zu Tier. Tierhaltende können das Risiko senken, indem sie Weidegänge in der Dämmerung möglichst vermeiden und auf wirksame Insektenabwehr achten. Genannt werden Repellentien, Netze im Stall und eine stärkere Luftbewegung.
Variante 1 des Virus tritt seit Anfang August in Süddeutschland auf, Variante 2 seit Anfang September auch im Nordwesten. In Deutschland wurde der Erreger bislang überwiegend bei Rindern festgestellt. Einzelne Nachweise gab es außerdem bei Pferden, Schafen, Ziegen und Alpakas.
Mögliche Folgen noch nicht abschließend geklärt
Das Shamonda-Virus gehört zu den Orthobunyaviren und ist mit dem Schmallenbergvirus verwandt. Bei verwandten Viren kann eine Infektion tragender Tiere auf ungeborene Föten übertragen werden. Ob das auch beim Shamonda-Virus vergleichbare Folgen haben kann, ist noch nicht abschließend erforscht.
Das Ministerium bittet Tierhaltende, bei verdächtigen Symptomen eine Tierarztpraxis einzuschalten. Feuchte und milde Witterung begünstigt die Aktivität der dämmerungsaktiven Gnitzen.
Quellen
- Erste Nachweise des Shamonda-Virus in Schleswig-Holstein – Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz Schleswig-Holstein · abgerufen am 12. Sep. 2026
- Schleswig-Holstein · Landesregierung: Erste Nachweise des Shamonda-Virus in Schleswig-Holstein: Landwirtschaftsministerium unterstützt Tierhaltende bei Untersuchungen – Schleswig-Holstein · Landesregierung · abgerufen am 11. Sep. 2026