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Politik Niedersachsen
Atompolitik

Endlagersuche: Weniger als fünf Prozent der Fläche bleiben im Verfahren

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat den Suchraum für ein deutsches Atommüll-Endlager weiter eingegrenzt. Niedersachsen kündigt eine kritische Prüfung der Bewertungen an.

Bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle werden nach einem neuen Arbeitsstand der Bundesgesellschaft für Endlagerung weniger als fünf Prozent der Fläche Deutschlands weiter betrachtet. Zuvor umfasste der Suchraum nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums rund 25 Prozent.

Niedersachsen will Bewertungen prüfen

In Niedersachsen fallen damit zahlreiche bislang offene Gebiete aus dem Verfahren. Das Land will die neuen Bewertungen gemeinsam mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie prüfen. Kommunen und Menschen in den betroffenen Regionen sollen dabei unterstützt werden, die Entscheidungen fachlich nachzuvollziehen.

Der veröffentlichte Arbeitsstand ist noch keine Standortentscheidung. Das Verfahren soll schrittweise jene Regionen bestimmen, die für eine weitere Erkundung infrage kommen.

Land fordert bundesweiten Vergleich

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer fordert, dass sich kein Bundesland einer wissenschaftlichen und ergebnisoffenen Suche entzieht. Er verwies darauf, dass die Bundesgesellschaft auch in Bayern potenziell geeignete Gebiete in kristallinem Wirtsgestein ausweist.

Wenn dem Bundestag Ende 2027 Vorschläge für weiter zu untersuchende Standortregionen vorgelegt werden, müsse die Auswahl nach Auffassung des Ministers unterschiedliche Wirtsgesteine und Regionen in ganz Deutschland abbilden.

Belastungen in Niedersachsen

Das Land verweist zugleich auf seine Erfahrungen mit der Schachtanlage Asse und dem Endlager Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Diese Belastungen sollten bei der weiteren Auswahl berücksichtigt werden, erklärte das Umweltministerium.

  • Der bundesweite Suchraum ist auf weniger als fünf Prozent der Fläche eingegrenzt.
  • Niedersachsen will die Bewertungen fachlich überprüfen lassen.
  • Weitere Standortregionen sollen voraussichtlich Ende 2027 vorgeschlagen werden.
  • Das Land dringt auf eine Beschleunigung ohne Abstriche bei Beteiligung und Qualität.

Der niedersächsische Umweltminister forderte die Bundesregierung zudem auf, das weitere Verfahren rasch zu klären. Hintergrund ist, dass hochradioaktive Abfälle bis zu einer Endlagerentscheidung weiterhin in Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen.

Quellen

  1. Meyer: Bei der Endlagersuche darf sich Bayern nicht aus der Verantwortung ziehen – Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz · abgerufen am 27. Okt. 2026
  2. Niedersachsen · Landesregierung: Meyer: „Bei der Endlagersuche darf sich Bayern nicht aus der Verantwortung ziehen“ – Niedersachsen · Landesregierung · abgerufen am 27. Okt. 2026
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