Steuerschätzung bringt Schleswig-Holstein 381 Millionen Euro mehr
Schleswig-Holstein kann nach der Oktober-Steuerschätzung von 2026 bis 2030 mit insgesamt rund 381 Millionen Euro höheren Einnahmen rechnen als noch im Mai angenommen. Für die Kommunen fällt die Entwicklung dagegen schwächer aus.
Plus für den Landeshaushalt
Für das laufende Jahr steigt die Prognose des Landes um rund 25 Millionen Euro. Für 2027 werden 106 Millionen Euro mehr erwartet, für 2028 rund 86 Millionen Euro, für 2029 etwa 79 Millionen Euro und für 2030 rund 85 Millionen Euro.
Ein wesentlicher Teil des Plus ergibt sich nach Angaben des Finanzministeriums aus einer im Ländervergleich gesunkenen Finanzkraft. Dadurch erhält Schleswig-Holstein höhere Beträge aus dem Finanzkraftausgleich und aus Bundesergänzungszuweisungen.
Kein zusätzlicher Ausgabenspielraum
Das Finanzministerium warnt davor, die bessere Prognose als frei verfügbares Geld zu verstehen. Mit den höheren Einnahmen sinkt zugleich die konjunkturbedingte Möglichkeit zur Kreditaufnahme in den Jahren 2026 und 2027. Ab 2028 blieben die finanziellen Spielräume wegen hoher Ausgabenbedarfe ebenfalls begrenzt.
- 2026: 25 Millionen Euro mehr als im Mai geschätzt
- 2027: 106 Millionen Euro mehr
- 2028: 86 Millionen Euro mehr
- 2029: 79 Millionen Euro mehr
- 2030: 85 Millionen Euro mehr
Zusätzliche Risiken sieht das Land in möglichen Mindereinnahmen durch die geplante Einkommensteuerreform und den Tankrabatt. Beide Effekte sind in der aktuellen Steuerschätzung noch nicht enthalten.
Kommunen rechnen mit weniger Einnahmen
Für die Kommunen wird 2026 ein Gesamtaufkommen einschließlich kommunalem Finanzausgleich von rund 7,4 Milliarden Euro erwartet. Das sind 90 Millionen Euro weniger als in der Mai-Prognose. Davon trägt das Land zunächst 61 Millionen Euro; bei den Kommunen wirkt sich dieser Betrag nach Angaben des Ministeriums erst 2028 aus.
Bei den originären kommunalen Steuereinnahmen werden 2026 rund fünf Milliarden Euro erwartet, etwa 96 Millionen Euro weniger als im Frühjahr geschätzt. Als Ursachen nennt das Ministerium vor allem geringere Einnahmen aus der Gewerbesteuer und aus kommunalen Anteilen an Lohn- und Einkommensteuer.
Quellen
- Oktober-Steuerschätzung 2026: Schleswig-Holstein verzeichnet leichtes Plus bei Gesamteinnahmen – Finanzministerium Schleswig-Holstein · abgerufen am 27. Okt. 2026
- Schleswig-Holstein · Landesregierung: Oktober-Steuerschätzung 2026: Schleswig-Holstein verzeichnet leichtes Plus bei Gesamteinnahmen – Schleswig-Holstein · Landesregierung · abgerufen am 27. Okt. 2026