Hamburger Forschende analysieren älteste Koranhandschriften
Forschende der Universität Hamburg und der Staatsbibliothek zu Berlin wollen die Entstehungsgeschichte früher Koranhandschriften genauer untersuchen. Im Mittelpunkt stehen 929 Manuskripte aus dem 7. bis 11. Jahrhundert, die 1973 in der Großen Moschee von Sanaa im Jemen entdeckt wurden. Die Universität Hamburg berichtet über das DFG-geförderte Langzeitprojekt.
Schriften als historische Quellen
Handschriften sind nicht nur Träger von Texten. Material, Schriftbild, Überarbeitungen und die Anordnung auf dem Blatt können Hinweise auf ihre Herstellung und Überlieferung geben. Das Vorhaben will diese Quellen systematisch erschließen. Daraus können Erkenntnisse über frühe Phasen der arabischen Schriftkultur und über die Geschichte einzelner Textzeugen entstehen.
Die Meldung beschreibt das Projekt als Langzeitforschung. Das ist bei großen, teils empfindlichen Beständen wichtig: Die Arbeit besteht nicht aus einem einzelnen Experiment, sondern aus dem langfristigen Prüfen, Beschreiben und Zugänglichmachen von Quellen.
Was das Projekt leistet – und was nicht
- Untersucht werden historische Handschriften und ihre Entstehung.
- Die Forschung arbeitet mit einem klar abgegrenzten Bestand von 929 Manuskripten.
- Ziel ist eine wissenschaftliche Erschließung, nicht eine Bewertung religiöser Überzeugungen.
Für Hamburg ist das Vorhaben ein Beispiel dafür, dass Grundlagenforschung auch in Sammlungen und Archiven stattfindet. Die Kooperation verbindet fachliche Expertise zur Schrift- und Textgeschichte mit der Erhaltung und Dokumentation eines außergewöhnlichen Bestands. Welche Einzelergebnisse sich daraus ableiten lassen, wird das Projekt erst im Verlauf der weiteren Untersuchungen zeigen.
Quellen
- Älteste Koranhandschriften werden erstmals analysiert – Universität Hamburg · abgerufen am 25. Okt. 2026