Schleswig-Holstein baut dezentrale Drohnenabwehr aus
Schleswig-Holstein will seine Fähigkeiten zur Abwehr gefährlicher Drohnen stärker dezentral organisieren. Einsatzmittel und Fachwissen sollen künftig näher an kritischer Infrastruktur bereitstehen, damit Sicherheitsbehörden schneller reagieren können. Das kündigte Innenministerin Magdalena Finke in einer Landtagsrede an.
Für die Drohnenabwehreinheit und die dazugehörige Ermittlungsarbeit hat die Landespolizei nach Angaben der Ministerin mehr als 50 neue Stellen geschaffen. Diese seien nahezu vollständig besetzt. Zudem seien sieben Millionen Euro in moderne Technik investiert worden. Das System soll verdächtige Fluggeräte erkennen, überprüfen und bei Bedarf stoppen können.
34 Meldungen im laufenden Jahr
Im Jahr 2025 registrierte Schleswig-Holstein 148 mutmaßliche Drohnensichtungen. Für 2026 liegen bislang 34 Meldungen vor. Das Innenministerium weist darauf hin, dass nicht jeder gemeldete Vorfall ein illegaler Überflug ist. Ein Teil der Prüfungen und Ermittlungen dauert noch an.
Die technische Entwicklung stellt die Behörden vor besondere Herausforderungen. Moderne Drohnen kommen teilweise ohne übliche Funk- oder Signalverbindung aus. Herkömmliche Störsysteme können dann an Grenzen stoßen. Bei einer gemeinsamen Übung von Polizei und Bundeswehr wurde deshalb auch das physische Stoppen einer Drohne erprobt.
Expertendelegation soll in die Ukraine reisen
Das Land bereitet außerdem eine Reise von Fachleuten in die ukrainische Partnerregion Cherson vor. Dort sollen praktische Erfahrungen mit Drohnenabwehr ausgewertet und auf mögliche Anwendungen in Schleswig-Holstein geprüft werden.
Parallel arbeiten Bund und Länder an einem bundesweiten, möglichst aktuellen Lagebild zu hybriden Bedrohungen. Es soll im Gemeinsamen Abwehrzentrum Hybrid entstehen. Nach Auffassung des Innenministeriums benötigen Bundes- und Landespolizei sowie Bundeswehr zudem vergleichbare rechtliche Möglichkeiten, um in zeitkritischen Situationen gegen Drohnen vorgehen zu können.
Quellen
- Landtagsrede zu TOP 45: Drohnenabwehr stärken – Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport Schleswig-Holstein · abgerufen am 28. Aug. 2026
- Schleswig-Holstein · Landesregierung: Landtagsrede von Innenministerin Magdalena Finke zu TOP 45: Drohnenabwehr stärken – Schleswig-Holstein · Landesregierung · abgerufen am 28. Aug. 2026