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Politik Schleswig-Holstein
Ganztagsbetreuung

Schleswig-Holstein stellt 716 Millionen Euro für Ganztagsausbau bereit

Zum Start des Rechtsanspruchs hat jedes anspruchsberechtigte Kind der ersten Klasse ein Ganztagsangebot erhalten. Das Land finanziert Betrieb, Ausbau und Qualitätsmaßnahmen.

Schleswig-Holstein sieht die Grundschulen und Träger zum Start des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung gut vorbereitet. Nach Angaben von Bildungsministerin Dorit Stenke hat zum Schuljahr 2026/27 jedes anspruchsberechtigte Kind der ersten Jahrgangsstufe ein Angebot erhalten.

Der Rechtsanspruch wird schrittweise eingeführt. Für das Land beginnt damit zugleich eine langfristige Finanzierung des laufenden Betriebs und des weiteren Ausbaus der Ganztagsstrukturen.

Land übernimmt drei Viertel der Betriebskosten

Schleswig-Holstein trägt 75 Prozent der Betriebskosten. In der letzten Ausbaustufe sollen nach Angaben des Bildungsministeriums jährlich mehr als 200 Millionen Euro in den Ganztagsbetrieb fließen. Die übrigen Kosten liegen bei den kommunalen und weiteren Trägern.

Für bauliche Investitionen stehen insgesamt 716 Millionen Euro bereit. Das Land bezuschusst dabei 85 Prozent der förderfähigen Kosten. Finanziert werden können Maßnahmen, die nach den geltenden Richtlinien dem Ausbau des Ganztags dienen.

Anträge werden auf Förderzweck geprüft

Das Ministerium verweist darauf, dass nicht alle eingereichten Anträge vollständig waren oder eindeutig dem Ganztagsausbau zugeordnet werden konnten. In solchen Fällen muss die Bewilligungsbehörde Angaben nachfordern. Die grundlegenden Förderbedingungen sollen unverändert bleiben.

Zu den zentralen Kriterien gehören:

  • die nachgewiesene Nutzung der Investition für den Ganztag,
  • die Möglichkeit, Räume für mehrere schulische Zwecke zu verwenden,
  • vollständige und richtliniengerechte Antragsunterlagen.

Das Land begründet die Prüfungen mit der zweckgebundenen Verwendung öffentlicher Mittel. Zugleich sollen die Bescheide möglichst zügig an die Schulträger verschickt werden.

Mehr Geld für Sport, Musik und Qualifizierung

Neben Gebäuden und Betriebskosten soll auch die Qualität der Betreuung verbessert werden. Kooperationen mit externen Partnern wie Musikschulen oder Sportvereinen will das Land mit jährlich mehr als 20 Millionen Euro unterstützen.

Für die Qualifizierung des Personals sollen schrittweise bis zu vier Millionen Euro zur Verfügung stehen. Weiterbildungen richten sich nicht nur an bereits im Ganztag tätige Fachkräfte. Auch gemeinsame Fortbildungen von Lehrkräften und Betreuungspersonal sind vorgesehen.

Mit dem Ausbau verbindet das Land damit mehrere Aufgaben: genügend Plätze schaffen, die laufende Finanzierung sichern und Angebote entwickeln, die über reine Betreuung hinausgehen. Ob dies landesweit in gleicher Qualität gelingt, hängt auch von verfügbaren Räumen, Fachkräften und Partnerorganisationen vor Ort ab.

Ausbau läuft in den kommenden Jahren weiter

Die Einführung für die erste Jahrgangsstufe ist nur der Anfang des stufenweisen Rechtsanspruchs. In den kommenden Jahren müssen weitere Jahrgänge einbezogen werden. Die zugesagten Investitions- und Betriebsmittel bilden dafür den finanziellen Rahmen. Für Schulträger bleibt entscheidend, dass Anträge rechtzeitig bewilligt und Bauprojekte ohne längere Verzögerungen umgesetzt werden können.

Quellen

  1. Bildungsministerin Dr. Stenke im Landtag zum GanztagLandesregierung Schleswig-Holstein · abgerufen am 28. Aug. 2026
  2. Schleswig-Holstein · Landesregierung: Bildungsministerin Dr. Stenke im Landtag zum Ganztag:Schleswig-Holstein · Landesregierung · abgerufen am 27. Aug. 2026
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